Yik Yak - umstrittene Spassapp

Spass haben, allerlei Nonsens posten und im Umkreis von 2 km alle Nachrichten lesen und kommentieren können, die andere über diese App veröffentlicht haben. Das Ganze anonym. Das ist Yik Yak. Die Neuerscheinung auf den Schülerhandys wirbelt Staub auf und lässt alte Diskussionen über den Reiz des Verbotenen und das Schulen von Medienkompetenz wieder aufleben. Davon handelt dieser Blogartikel.

Die natürliche Neugierde Jugendlicher führt dazu, dass sie auch allen digitalen Möglichkeiten gegenüber aufgeschlossen sind und experimentierfreudig alles ausprobieren wollen. Meist sind ihre Absichten nicht böswillig oder vorsätzlich, sie möchten einfach Spass haben und nach ihrem YOLO-Prinzip (you only live once) das Leben geniessen.

 

Ein Tool, das von Erwachsenen als gefährlich, grenzwärtig oder unmoralisch empfunden wird, gewinnt dabei erst recht an Attraktivität. Es erstaunt deshalb nicht, dass die neue App Yik Yak nach einem negativen Bericht auf 20Minuten sich innert Stunden unter den Jugendlichen wie ein Lauffeuer verbreitet hat. 

Yik Yak ist eine soziale "Wand", die es jedem User ermöglicht, (scheinbar) anonyme Nachrichten zu posten, die von allen im Umkreis von 2 km mit der installierten App gelesen und kommentiert werden können. Viel Intellektuelles ist auf Yik Yak nicht zu finden. Es geht eher drum, dabeizusein und dies kund zu tun.

 

Yik Yak wurde von zwei amerikanischen Studenten erfunden und kam vor ca. einem Jahr auf den Markt. Das Posten völlig unrelevanter Gedanken mag zwar lustig und unterhaltsam sein - sehr schnell kann damit aber ein deftiges Mobbing inszeniert werden. Nicht zuletzt deshalb mussten die Betreiber die App, die über GPS funktioniert, in den USA auf Schulgeländen sperren. Dies ist zwar ein gangbarer Weg, die negativen Folgen dieser Spassapp zu minimieren. Aber ist es auch der Richtige? Wir sollten unsere Jugendlichen nicht unterschätzen! Die Kreativität, ein Verbot zu umgehen, würde mit Sicherheit einen Anreiz bieten, in Varianten zu denken und einen neuen Weg zu finden. Was wir im Informatikunterricht oder bei mathematischen Aufgaben schätzen, würde hier einfach zu einem digitalisierten "Räuber und Poli" ausarten.

 

Weit sinnvoller scheint mir, Schülerinnen und Schüler im verantwortungsvollen Umgang mit Daten von sich und anderen zu schulen und (Cyber-) Mobbing als Unterrichtsthema immer wieder einzuflechten. Der Artikel über den Vorfall an der Kantonsschule Wil, der in verschiedenen Medien publiziert wurde, eignet sich deshalb, um mit den Jugendlichen zu diskutieren und korrektes Verhalten gegenüber Mitmenschen - analog und digital - zu thematisieren. Dabei soll im Mittelpunkt stehen, wie sie selber dabei auf andere wirken, wirken wollen und welche Folgen dieses Verhalten für sie selber haben kann.

 

Dass die App via GPS fleissig Nutzerdaten sammelt und UserInnen damit weit mehr von sich preisgeben als sie denken, ist ebenfalls ein interessantes Unterrichtsthema. Zusätzlich bietet sich an, den auf Yik Yak dominierenden Wortschatz aus der Fäkalsprache zu thematisieren.

 

Übrigens: Ein Vor-Ort-Test ergibt, dass Yik Yak auch in Baar gut genutzt wird. Der neuste Post heisst: "Yik Yak frisst Akku wie blöd... Wegen NSA?"

 

Weiterlesen: Artikel von Watson

 

Artikel von Philippe Wampfler auf Schule und Social Media

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Kommentare: 2
  • #1

    Pascal (Dienstag, 04 November 2014 13:42)

    und wer nutzt die App von den LP?

  • #2

    Claudia (Dienstag, 04 November 2014 13:45)

    Finde es heraus! Am besten mit einem Flashmob auf dem Pausenplatz.