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«Ab id Hose» - Der Film zum Schwingfest

 

Ein Filmprojekt mit einer ganzen Klasse zu verwirklichen, ist eine aufwändige, aber lohnende Arbeit.

Im «Making-of» erzählen Protagonisten und Macher von den Höhepunkten und Herausforderungen am Set zum Film für das Schwingfest.
Ein Blick hinter die Kulissen.

Der Beitrag aus Baar für das ESAF

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet in diesem Jahr vom 23. - 28. August in Zug statt.

Geplant ist, dass in den verschiedenen Gemeinden des Kantons Zug kurze Filmbeiträge entstehen, die im Vorfeld des Schwingfestes auf der ESAF-Webseite veröffentlicht werden.

 

Gemeinsam mit der Klasse S1d durfte ich im Auftrag der Kernschulleitung den Beitrag für die Gemeinde Baar erstellen. Einzige Vorgabe: Maximale Filmlänge: 3 Minuten.

 

Hier präsentieren wir stolz das Resultat:

Die Zutaten:

1 Kiste Schwingerhosen

1 Klasse motivierter Jugendliche

1 grosse Portion kreativer Ideen

Kübelweise Improvisationstalent und eine Spezialdosis Durchhaltewillen.

 

Bärenstarke Darsteller*innen der S1d
Bärenstarke Darsteller*innen der S1d

 

Zeitlicher Aufwand von der ersten Idee bis zum fertigen Film: 3 Wochen

 



Ideen, Storytelling und Planung

Unsere Botschaft:
Um Erfolg im Schwingsport zu haben, bedarf es wichtiger Kompetenzen. In Baar weiss man darüber Bescheid. Schwingen ist cool.

«Wir konnten unsere Ideen zur Story alle einbringen und frei entscheiden, bei welcher Szene wir mitmachen wollten. Es war mega zu sehen, wie die Ideen dann verwirklicht wurden.»

Schülerin S1d

Das Wichtigste bei einer Filmproduktion bleibt immer die Story. Aus einem schlechten Plot wird kaum ein toller Film. Unsere Vorstellungen waren daher durchaus ambitioniert: Dynamisch, abwechslungsreich, positiv, seriös, aber mit einer witzigen Komponente - so sollte unser Film werden.

 

Aus der ersten Idee zum Plot, die der Klasse präsentiert wurde, entstanden in Gruppenarbeiten die konkreten Szenen-Entwürfe, Auflistung aller benötiger Requisiten, Ideen für konkrete Filmschauplätze und passende Outfits.

 

Dass es gar nicht mal so einfach ist, mehrere Schwingerhosen für eine Weile auszuleihen, war bereits die erste grosse Herausforderung, die gemeistert werden musste...

 

Danke an dieser Stelle an Alex und Phips!

Eure Schwingerhosen wurden zu Filmstars!



Keep it simple - ein paar Worte zum Equipement

Gefilmt wurde mit einem iPhone 7
(ausser der Drohnenszene).

 

Zusätzliche Hilfsmittel:
Gimbal und Gorillastativ (siehe Bild)

Arrangement und Schnitt:
(ohne Drohnenszene):

Ausschliesslich auf dem iPhone

 

Apps: , iMovie, InShot, ReverseVid

 

Filmarbeit ist nach dem Dreh nicht zuletzt eine Fleissarbeit. Auch wenn das Ergebnis weit entfernt von perfekt ist, flossen viele Stunden in die Auswahl der Szenen und Musik, das passgenaue Zuschneiden und Arrangieren und den finalen Feinschliff.



Filmen und schneiden mit dem Handy? Das geht so:


5 Szenen vom Set

«Es war zum Sitzen extrem wackelig auf dem Goal und viel schwieriger als wir gedacht hatten. Aber der Special Effect war danach schon sehr cool.»

Artistische Schauspielerin S1d

Der Sprung aufs Fussballgoal

Natürlich sind die "Bärenstarken" auch Meister*innen der Disziplin «Rückwärts-sprung-aufs-Fussballgoal». ;)
Was im Film aber so easy aussieht, war in echt eine grosse Mutprobe. Schon das Sitzen auf dem wackeligen Goal bei kalten Wintertemperaturen erwies sich als echte Herausforderung. Wir brauchten eine Leiter und zwei Sicherheits-Helfer, damit unseren Schauspielerinnen nichts passierte. Dank der ReverseVid-App wurde die Szene aber wirklich ganz toll.



In der Mediothek

«Mir hat das Filmen der Meditations-Szenen in der Mediothek besonders gut gefallen. Es war einfach mega lustig.» 

Schüler, S1d

Beim Filmen der Meditations-Szene war das Handy in ein Gimbal zum Stabilisieren eingespannt.

«Wir haben Bücher mit gefakten Umschlägen zum Thema Schwingen für die Szene in der Mediothek präpariert. In einem Titel hatte es aber einen Schreibfehler, den durfte man beim Filmen nicht sehen. Daher musste ich beim ganzen Dreh den Finger draufhalten.»

Schüler, S1d



Drohnenszene

Als besonderes Highlight besuchte uns das Team von Yuneec ATL (Danke Glen, Dennis und Alessandro!). Die Firma entwickelt, programmiert und testet Drohnen aller Art.

Die Idee für den Film: Die Drohnen sollen aus der Vogelperspektive filmen, wie unsere Körper am Boden Buchstaben darstellen. Dabei sollte die Abkürzung ESAF zu lesen sein. Drei weitere Schüler sollten daneben eine Art Menschenpyramide bilden.

«Der ganze Dreh dauerte etwa eine halbe Stunde. Das war anstrengend. Die Drohnen flogen aber zur Sicherheit nie genau über uns.»

«Die Drohnenpiloten berichteten uns auch noch von ihrem Job. Sie überprüfen die Programmierungen auf den Drohnen und korrigieren Fehler. Dabei  dürfen sie die Drohnen auch fliegen lassen. Das würde mir auch gefallen.»

Schüler S1d

«Der Wind ging so heftig, dass die Drohnen nicht so ruhig flogen und man daher nur auf wenigen Szenen wirklich was lesen konnte. Deshalb mussten wir die Szene mit dem Wort BAAR streichen, die wir auch noch geplant hatten.»

«Frau Bucheli und Frau Bär kamen vor der Aufnahme bei allen vorbei und konrollierten die Ausrichtung der Menschenbuchstaben.»



Im Braui Markt

Ursprünglich war die Szene «Kraft-Training» an der Lorze geplant. Spontan durften wir aber gleich im Braui Markt filmen und dazu Harassen und Flaschen benutzen. Dankeschön!

 

«Den Fortnite-Floss-Dance haben wir als witziges Element gleich zweimal in den Film eingebaut.»

Schüler, S1d



Catwalk vor dem Rathaus

Kurzerhand haben wir den winterlich zugedeckten Brunnen vor dem Rathaus zum Laufsteg umfunktioniert. Unsere Models setzten sich gekonnt in Szene und präsentierten das perfekte Schwinger-Outfit.

«Wir waren nicht ganz sicher, ob die Abdeckung  über dem Brunnen betreten werden durfte und der Belastung standhalten würde, aber alles klappte perfekt.»

Schülerin S1d



Flexibilität

Ein solches Projekt ist ohne Flexibilität aller Beteiligter kaum zu schaffen.

Ein besonderer Dank gilt daher der Klassenlehrerin Bettina Bär.

Der ganze Unterricht musste während der Drehzeit flexibel angepasst werden, denn immer wieder verliessen ein paar Schülerinnen und Schüler das Schulzimmer, weil sie ans Set mussten. Dabei spielte auch noch das Wetter eine entscheidende Rolle. Teilweise konnte erst im letzten Moment entschieden werden, ob der Dreh nun stattfinden konnte.



Und was sagt der Lehrplan dazu?

MI 1.3

Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.

Die Schülerinnen und Schüler...


Rechtliche Aspekte

«Ich habe zwar gewusst, dass man nicht einfach irgend einen Song für die Filmproduktion verwenden darf, aber nicht, dass es extra Seiten mit Angeboten dafür gibt.»

Schülerin S1d

 

Passende Musik zu finden, die erst noch urheberrechtlich legal bei solchen Schulprojekten einsetzbar ist, kostet schon mal mehrere Stunden Arbeit.

 

Für alle, die selber auf der Suche sind, hier ein paar Tipps:

www.freemusicarchive.org, www.jamendo.com, www.freesound.org ,

www.salamisound.dewww.hoerspielbox.dewww.auditorix.de

www.terrasound.de,

www.musicfox.com/info/kostenlose-gemafreie-musik.php

Weitere Hinweise auf:

www.medienpaedagogik-praxis.de/kostenlose-medien/freie-musik/

Eine Veröffentlichung im Internet bedingt das Einhalten rechtlicher Vorgaben, zum Beispiel dem Urheberrecht und damit dem Schutz lizenzierter Songs.

Ein weiteres, wichtiges Thema ist auch das Recht am eigenen Bild, das die Jugendlichen gleich an sich selber kennenlernten. Sie und ihre Eltern bestätigten das Einverständnis zur Veröffentlichung schriftlich - und zwar vor Drehbeginn.

 

Erst danach wurden die Filmarbeiten gestartet. Und zwar mit viel persönlichem Engagement! Das kreative Plakat zum «Traumberuf Schwingerkönig» für die Schulzimmerszene fertigte eine Schülerin freiwillig zu Hause an und brachte es zum Set mit.



Fazit

Kreativität, Problemlösestrategien und  Zusammenarbeit sind Kompetenzen, die es in unserer digitalisierten Zukunft immer mehr brauchen wird.

Diese zu schulen bedarf Lernarrangements, bei denen sich alle entsprechend ihrer Stärken einbringen und gemeinsam Herausforderungen bewältigen können. Zusammen ein klar fokussiertes Ziel anzupeilen und letztlich zu erreichen, bietet viele Möglichkeiten, positive Lernerfahrungen für weitere Projekte und das Leben zu sammeln.

Filmarbeit mit all ihren zahlreichen Facetten ist dafür besonders gut geeignet.

Und wenn es dir als Lehrperson passiert, dass sich die Schülerinnen und Schüler am Schluss dafür bedanken, dass sie bei diesem Projekt mitmachen durften, dann ist das schon eine ganz besondere Sternstunde, für die sich der grosse Aufwand gelohnt hat.

 



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Kommentare: 5
  • #1

    Phips (Montag, 06 Mai 2019 11:02)

    Super!!!!
    Medienkompetenz par Excellence!!!

  • #2

    Bettina (Montag, 06 Mai 2019 20:40)

    Ein tolles Projekt Claudia!

  • #3

    Annamarie (Samstag, 11 Mai 2019 09:52)

    Cooles Projekt. Super schön gmacht.

  • #4

    Sandra (Samstag, 11 Mai 2019 10:00)

    Sehr schönes Projekt. Ein grosse Lob an die Klasse und Lehrperson

  • #5

    Küde, Ex-Schwinger St2 (Donnerstag, 16 Mai 2019 07:43)

    Supertolles u gelungenes Projekt, BRAVO! Dabei habt ihr ja noch mega viel SINNVOLLES gelernt �. Ich würde sagen: 1. Gang 10 Punkte ��