Horizon-Report und aktuelle Schlüsseltrends 

Der Horizon Report wird seit 2004 jährlich vom New Media Consortium (NMC) und der EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) herausgegeben und gilt weltweit als eine der aktuellsten und renommiertesten Informationsquellen über neue und aufkommende Technologien im Bildungsbereich.


Im Blogartikel werden einige Schlüsseltrends, wichtige Entwicklungen und Herausforderungen aufgezeigt, die im Bildungsbereich auch in der Volksschule in den nächsten Jahren relevant sein werden.


Kurzfristige Schlüsseltrends

1. Zunehmender Einsatz von Blended Learning

Damit ist die Einbindung des Internets in den Lehr- und Lernprozess gemeint. neben Veranstaltungen, die face-to-face stattfinden, gibt es beim Blended Learning auch Lerneinheiten, die die Lernenden ausschliesslich selbstständig am Computer erledigen. Zum Beispiel zu Hause oder im Lernatelier. Dabei holen sich die Lernenden ihr Material online ab, beteiligen sich via Netz an Diskussionsforen oder laden eigene Ergebnisse auf eine Plattform hoch, um sie anderen zur Verfügung zu stellen.

2. Neugestaltung von Lernräumen

Schülerinnen und Schüler sind vermehrt selber aktiv und bestimmen ihr Lerntempo individuell. Dazu müssen Räume entsprechend umgestaltet werden. 

 

Für einen didaktischen Input stehen Lehrpersonen Räume mit einer technisch hochwertigen Ausstattung zur Verfügung. Für das selbstständige Arbeiten haben alle Schülerinnen und Schüler einen eigenen Arbeitsplatz in einem betreuten Lernatelier, das von bis zu 40 Lernenden genutzt werden kann. WLAN ist dabei zwingend nötig, denn die internetbasierten Übungsmaterialien müssen von allen Plätzen aus über verschiedenste Geräte aufgerufen werden können.


Lösbare Herausforderung:

Verbesserung der Medienkompetenz

Medienbildung bereitet auf das Leben in einer mobilen und zunehmend technisierten und mediatisierten Welt vor. Kompetentes Medienverhalten wirkt sich nicht nur auf schulisches Lernen aus, sondern beeinflusst auch die private Mediennutzung.

 

Kaum ein Beruf kommt in den nächsten Jahren noch ohne mediale Komponenten aus. Gleichzeitig werden Informationen via Communities verbreitet und marketingstrategisch optimal platziert. Daher ist ein vorausschauender und verantwortungsbewusster Umgang mit Medien für alle eine wichtige Schlüsselqualifikation, die in der Schule gelehrt und angewendet werden muss.



Wichtige Entwicklungen

1. Bring Your Own Device (BYOD)

Was bedeutet dieser Trend konkret?

Bring your own device bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler private Geräte bestimmter Gerätekategorien mit in die Schule nehmen dürfen und diese Geräte im Unterricht verwendet werden. Mit dieser Definition ist weder gesagt, dass alle Kinder Geräte mitbringen müssen, noch dass diese Geräte immer mitgebracht werden. In diesem Sinne bietet BYOD in zwei Dimensionen die Möglichkeit des sanften Einstieg in eine dauernde 1:1-Ausstattung.

 

Mit folgendem Setting hat die Projektschule Goldau bereits Erfahrungen und Erfolge gesammelt: 

Unter dem Stichwort BYOD ist denkbar, dass einfach die Kinder etwas mitbringen, die das können/wollen/dürfen und die Unterrichtssettings entsprechend der verfügbaren Ausstattung gewählt werden. Oder es ist denkbar, dass die Geräte nicht jeden Tag, sondern z.B. nur am Freitag mitgebracht werden. Da die Geräte nicht ausschliesslich für den Schulgebrauch beschafft worden sind, sinkt der gefühlte Druck, sie dauernd einzusetzen.

2. Flipped Classroom

Beim umgekehrten Lernen (flipped classroom) wird das traditionelle Lehren, das in den Klassenzimmern und an der Tafel stattfindet, zu den Schülern nach Hause transferiert, während die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden.

 

In der Praxis bedeutet das für die Lehrperson, dass sie den theoretischen Teil des Unterrichts auf Video aufnimmt oder entsprechende Videos im Netz sucht und für die Lernenden online bereitstellt. Die Schülerinnen und Schüler schauen sich diese Videos zu Hause als Hausaufgabe an und bringen so ein gewisses Vorwissen in den Unterricht mit. In der Schule steht dadurch mehr Zeit zur Verfügung, um im eigenen Tempo an Aufgaben zu arbeiten. Die Lehrperson hat Zeit, Fragen zu beantworten und individuell zu helfen.  



Zum Weiterlesen:

Download
Horizon-Report 2015
vollständige Ausgabe auf Deutsch
2015-nmc-horizon-report-HE-DE.pdf
Adobe Acrobat Dokument 806.4 KB

Kommentar schreiben

Kommentare: 0