Fake-News - Herausforderung und Chance

Fake or not?
Fake or not?

«Donald Trump bestätigt die Existenz von Ausserirdischen!» – «Tödlicher Grippevirus lässt Kinder sterben!» – «Snowboarderin von Bär verfolgt!» – Täglich erreichen uns vielerlei Meldungen aller Couleur auf allen genutzten Kanälen. Aber woher wissen wir, dass sie auch stimmen? Die grosse Herausforderung unserer Zeit ist das kritische Hinterfragen, ob die Nachrichten auch wirklich «echt» sind. Fake-News verbreiten sich oft in Windeseile und richten damit unter Umständen grossen Schaden an. Was können wir dazu beitragen, dieses Phänomen zu bremsen? Wie durchschauen wir den Zweck solchen Nonsens? Womit können wir Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, Informationen kritisch zu begegnen, Quellen aufzuspüren und Fakes zu entlarven, bevor sie unbedarft und voreilig mit anderen geteilt werden? Welche Bücher, Webseiten, Tools und Unterrichtsszenarien dazu gibt es? Davon handelt dieser Blogartikel.

 


Einstieg mit einem viralen Experiment

Wie wärs mit folgender Aufgabe zum  Unterrichtseinstieg?
Im Video links fährt eine Snowboarderin unbeschwert ein Liedchen trällernd den Hang hinab. Sie filmt sich dabei selber und ahnt nicht, dass sie von einem Bär verfolgt wird, der im Hintergrund zu sehen ist.

 

Aufgabe an die SuS: Herausfinden, ob das Video echt ist, wozu es aufgenommen wurde und wo es überall aufgetaucht ist.


Schnell wird klar, das Video gehört zu einer Reihe von acht gefakten Filmen, die eine australische Filmproduktionsfirma für ein virales Experiment erstellt und gepostet hat. Damit hielt sie während zweier Jahre sämtliche Zuschauer zum Narren. Viral gingen die Videos tatsächlich: Über 205 Millionen Mal wurden die Videos in über 180 Ländern angeklickt, erhielten Beachtung und Medienpräsenz in verschiedenen Newssendungen sowie 1,6 Millionen «Likes»  auf Facebook.

Dazu ein Sprecher des Unternehmens: «Wir wollten besser verstehen, wie man kurze , gut teilbare Inhalte erstellen kann, die in der Lage sind, ein weltweites Massenpublikum zu erreichen, ohne teuren Werbekampagnen zu lancieren» 

Das ist tatsächlich gelungen.

Anschlussfragen an die SuS zur Diskussion

  • Wem hättest du dieses Video weitergeschickt? Warum?
  • Hättest du vorher überprüft, ob das Video wahr ist?
  • Mit welcher Strategie prüfst du Nachrichten, bevor du sie an andere weiterleitest?
  • Wie müsste der Titel eines Videos lauten, damit du es sofort anschauen willst?


Von Satire bis Propaganda - Definitionen und Begriffe

Falschnachrichten können vielerlei Formen haben.

Einerseits sind es polarisierende, emotional aufwühlende Berichte, deren Hauptziel es ist, Aufmerksamkeit und damit Klicks zu generieren - was meistens zu mehr Prominenz, Einfluss und mittels Werbung auch zu mehr Geld führt.

 

Andererseits können Falschnachrichten auch zum Ziel haben, politisch Einfluss zu nehmen und Menschen in ihrer Meinung zu manipulieren. Dabei spielen in Social Media auch Bots eine tragende Rolle, also Computerprogramme, die eigenständig aufgrund von programmierten Algorithmen zeitlich uneingeschränkt und mühelos zahllose Posts und Likes erstellen. Dies wird im folgenden Film von Explain-it eindrücklich erklärt.

 

Und dann gibt es natürlich auch noch die Fülle harmloser, unterhaltsamer und lustiger Falschnachrichten. Just4fun... Sind auch das Fake-News?

Begriffsklärung:

Um die Absicht einer Falschmeldung auf ihren Zweck hin zu untersuchen, müssen die Begrifflichkeiten zunächst geklärt werden. Die ersten vier der folgenden Begriffe könnten z.B. in einem Gruppenpuzzle erarbeitet werden.  Danach kann nun der Begriff «Fake-News» schärfer eingegrenzt und damit klarer definiert werden.  Wichtige Erkenntnis: Fake-News sind bewusst gestreute Falschnachrichten mit einem klaren Ziel: jemandem zu schaden oder jemanden zu beeinflussen.

Schülerauftrag:

Was bezweckt eine Falschmeldung?

Ein Quiz von handysektor.de

hilft als Einstieg schon mal ein wenig auf die Sprünge.

Im Allgemeinen lassen sich Falschmeldungen nach folgenden Zielen einteilen:

  • Hetze gegen Einzelperson oder Minderheit
  • Geld verdienen
  • Panikmache/Verunsicherung
  • Unterhaltung, Witz
  • Satire

Unterrichtsvorschlag (vergl. auch AB2 der Unterlagen von SRF-Myschool):

SuS posten Falschmeldungen (Links, Bilder), die sie entweder auf hoaxsearch oder hoaxmap finden oder bereits auf ihren digitalen Geräten erhalten haben, auf ein Padlet , das die Lehrperson vorher zu diesem Zweck eingerichtet hat. Im Anschluss können sich die SuS alle Falschmeldungen anschauen und versuchen, gemeinsam den Zweck, der hinter jeder Meldung liegt, zu ergründen und  die Falschmeldungen auf dem Padlet durch Verschieben in verschiedene Gruppen einzuteilen.

 

Weitere Unterrichtsmaterialien:
Sehr gut ausgearbeitet sind die Unterlagen von SRF-Myschool

mit insgesamt 4 Arbeitsblättern und einem Einstiegsfilm zum Thema.

Download
Unterrichtseinheit Fake-News von SRF-Myschool
4 ausgearbeitete Lektionen
myschool-fake-news-ue.pdf
Adobe Acrobat Dokument 410.8 KB

Ebenfalls sehr empfehlenswert: 
der SWRFakeFinder

Im interaktiven Quiz müssen 10 Nachrichten beurteilt werden. Echt oder nicht?

 


Definition

Satire 

 

Zeitungsente

 

 

Nonsens

 

 

Hoax

 

Fake-News

 

Download
Weitere Begriffsdefinitionen
Manipulation, Propaganda, Algorithmen, Filterblasen, Social Bots, Trolle
Definitionen_2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 213.0 KB


Die Faszination falscher Nachrichten

Gleich mal vorweg: Falsche Informationen sind nicht neu. Wir erinnern uns an Hitlers Tagebücher von 1983, die sich als dreiste Fälschungen entpuppten und weitere historische Fake-News.

Neu ist aber, dass Falschnachrichten dank digitaler Möglichkeiten nahezu von jedermann täuschend echt produziet und via Social Media viral verbreitet werden können.

 

An diese Skandalnachricht erinnerst du dich bestimmt noch:  Varoufakis-Fake von 2015...

 

Hitlers Tagebücher - eine Erfindung des Magazins Spiegel
Hitlers Tagebücher - eine Erfindung des Magazins Spiegel
1980: Fiktiver, 8-jähriger Junkie (Washington Post)
1980: Fiktiver, 8-jähriger Junkie (Washington Post)
2001 Demo: Seil wird zu Schlagstock
2001 Demo: Seil wird zu Schlagstock

Fakt ist: Was gefällt, skandalträchtig ist, Angst macht oder fasziniert, wird weitererzählt, digital geteilt und damit schnellstmöglich verbreitet.

Da dies häufig innerhalb einer Filterblase geschieht, empfindet der Nutzer die Nachricht als überaus relevant, weil sie seine Timeline dominiert und sich so oft wiederholt, dass sie schlussendlich die Kraft entwickeln, als wahr eingestuft zu werden.

Trügerischer Schluss:

Wenn alle davon erzählen, muss es doch wahr sein!

Wie das genau funktioniert, erklärt folgendes Video zum Thema «Filterblasen gefährden die Demokratie»:

Unterrichtsvorschlag:

Die SuS schlüpfen in die Rolle von Journalisten und recherchieren die Hintergründe zu Stories, die Schlagzeilen machten.

Download
Hintergründe zu Fake-Nachrichten
Was steckt dahinter?
AB_Fake-Stories.pdf
Adobe Acrobat Dokument 522.6 KB
Download
Lösungen - Hintergründe zu Fake-Nachrichten
Links zu den vorgestellten Stories
AB_Fake-Stories_Loesungen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 544.4 KB

Hinweis für den Deutschunterricht: Querverbindung zum Sprachlehrmittel «Die Sprachstarken 7» S. 54 ff «Was ist ein guter Bericht?»



Selber Falschmeldungen erschaffen

Wenn Schülerinnen und Schüler selber Nachrichten erstellen, die erfunden sind, gewinnen sie einen Eindruck dafür, worauf es ankommt, eine Nachricht als echt zu verkaufen und wie leicht man sich z.B. aufgrund von Äusserlichkeiten, täuschen lassen kann.

 

Auf der Seite von 24aktuelles  können SuS genau dies ausprobieren. Sie wählen ein Thema, von dem sie denken, dass es ihre Community interessiert. Es soll witzig sein und den Regeln der Seite entsprechen. Die SuS formulieren den Text so, dass er auf einer News-Seite stehen könnte. Schon dies allein fordert die Jugendlichen nicht wenig. Ihre Texte lassen sie sich gegenseitig korrigieren, bewerten und begutachten. Auch die Rechtschreibung spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle!

 

Wichtige Hinweise zum Arbeiten mit der Seite 24aktuelles:

  • Eine Einführung ins Thema ist elementar. SuS müssen begreifen, welche Witze drinliegen und wann so ein "Witz" nicht nur den guten Geschmack, sondern auch das Gesetz verletzt. Genau in diesen Fragen liegt die Chance, die in diesem Online-Tool steckt. Das Persönlichkeitsrecht und das Urheberrecht werden sehr zentrale Themen. Paralellen zur Mobbingprävention sind offensichtlich.
  • Die Seite 24aktuelles hält einige grundsätzliche Regeln fest, die nicht verletzt werden dürfen. Es lohnt sich aber, im Vorfeld alles genau zu besprechen und die Texte erst nach einer gegenseitigen Prüfung über die Seite zu veröffentlichen.
  • Sehr hilfreich bei der Einführung ins Thema ist das Beispiel eines Londoner Restaurants, das aufgrund einer Falschnachricht beinahe ruiniert wurde. Genau hier wird deutlich, welche Verantwortung jede Userin/jeder User trägt, wenn er oder sie ungeprüfte Nachrichten ins Netz stellt und verbreitet.
  • Bei der Auswahl von Bildern ist darauf zu achten, dass keine Lizenzen verletzt werden. Die SuS lernen dabei gleich, wie man lizenzfreie Bilder findet oder selber erstellt.
  • Tipp für den Fremdsprachenunterricht:
    Es ist auch möglich, solche Nachrichten auf Französisch oder Englisch zu verfassen. 24aktuelles bietet entsprechende Variationen an.

24aktuelles: Die Regeln:

Ein Hinweis:
Nicht alle finden diese Art der Thematisierung im Unterricht pädagogisch sinnvoll und befürchten, dass SuS dieses Tool missbrauchen. Und ja, selbstverständlich kann es heikel sein, wenn SuS lernen, dass es möglich ist, selber Falschnachrichten zu erstellen und zu verbreiten. Doch das ist ja die Realität!

Ich persönlich finde es sehr wichtig, darüber zu sprechen, wie Social Media funktionieren, welche Folgen dies haben kann und warum wir die Verantwortung für das, was wir posten, teilen und verbreiten, übernehmen müssen. Nach meinen Erfahrungen fühlen sich SuS dadurch ernst genommen und profitieren von den Diskussionen, die beim Erstellen und Präsentieren der Nachrichten entstehen. Wo liegen die Grenzen? Was ist witzig? Was ist strafbar? Wie soll ich reagieren, wenn ich z.B. von Verleumdungen erfahre?
Oft finden Jugendliche auf diese Weise den Zugang zu einer anderen Sicht und können die "Brille einer anderen Person" anziehen. Eine sehr wertvolle Lektion für ihren weiteren Weg.

Dazu auch der Artikel im Medienpädagogik-Praxis-Blog

 

Und richtig: Die Trump-Schlagzeile mit den Ausserirdischen ist auf der Seite 24aktuelles entstanden.


Einige Beispiele


Weitere Anregungen finden sich auf «Der Postillon»


Von der Herausforderung, Fake-News zu erkennen...

Krass! Mit dem Projekt «Face2face» (schau dir unbedingt das Video oben an) ist es Forschern bereits 2015 gelungen, Gesichter in YouTube-Videos täuschend echt zu manipulieren. Und das ist tatsächlich kein Fake! Es gelingt ihnen, die Mimik einer Person in Echtzeit auf das Gescht einer beliebigen anderen Person live in einem Video zu übertragen. Zwar ist die Applikation mit der Swap-Technik vorerst noch nicht erhältlich. Doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Und was sie in Anbetracht ihrer Möglichkeiten anrichten könnte, lässt einen doch ein wenig gruseln...

Ständig ausgeklügeltere Techniken wie im Face2face-Projekt gezeigt, machen es zunehmend schwieriger, Fake-News zu erkennen. Als weiteres Bespiel sei hier die Möglichkeit genannt, Gesichter in Videos täuschend echt zu tauschen, wie dieser Bericht zeigt. Die Folgen solcher Manipulationen können gravierend sein und Demokratien erschüttern.

Das Wissen um all diese vierfältigen Möglichkeiten erfordert ein Umdenken. Als verantwortungsvolle Mediennutzer(innen) müssen wir stets wachsam bleiben und vor allem auch keine Nachrichten ungeprüft weiterleiten. Der Slogan von mimikama heisst darum auch zu Recht:

Erst denken,

dann klicken!

Das heisst: Bevor der Klick auf den Share-Button erfolgt, die Fakten checken - erst recht, wenn die Meldung besonders reisserisch daherkommt. Verschiedene "Fakten-Checker" stehen dazu zur Verfügung:

 

1. Webseiten für den Faktencheck:

Auf diesen Seiten können Fakten überprüft werden:
mimikama.at, hoaxsearch, correctiv.org 

Auch hilfreich:
Die umgekehrte Google-Bildersuche

 

2. Gratis-App (Android/iTunes)

Bei der Beurteilung gefundener Nachrichten kann auch die Gratis-App Fake-News-Check

nützlich sein. Die App erkennt zwar nicht immer zuverlässig eine falsche Nachricht, aber sie lässt den Nutzer intensiv über die Nachricht nachdenken. 19 Fragen sind zu durchlaufen, am Ende folgt eine Einschätzung. Mein Tipp: Ausprobieren, am besten mit den Jugendlichen. Zum Beispiel grad mit den selber erstellten Fake-Meldungen im Unterrichtsvorschlag vorher.

 

3. Das Poster zur App:

Download
Poster Fake-News-Check
fake-news-check.png
Portable Network Grafik Format 161.5 KB

4. Infografik zum Thema von handysektor.de

Variante (eher SekII-Stufe): Die Infografik "Quellen-Check" vom Beobachter

 

Unterrichtsvorschläge

Auch auf der Seite «So geht Medien» finden sich vielfältige Vorschläge, wie man Fake-News erkennen kann.

 Besonders empehlenswert: Das Tutorial:

Download
Unterrichtsvorschlag Quellencheck
von Saferinternet.at
Wahr_oder_falsch_Uebungen_Quellencheck.p
Adobe Acrobat Dokument 391.5 KB

 

Hier gehts zu weiteren Unterlagen zu Fake-News von «So geht Medien» sowie zum kompletten Downloadmaterial

 

Und not least das Klicksafe-to-go-Dossier

Download
Fakt oder Fake?
Klicksafe-Dossier ab ca. 14 Jahren
ks_to_go_Fakt_oder_Fake.pdf
Adobe Acrobat Dokument 5.8 MB


Illusionen durch Filmtricks - eine eigene Green-Screen-Produktion

Unterrichtsbeispiel:
Nicht ganz so heftig wie das «Face2face-Projekt» im Beispiel oben ist das Arbeiten mit Green-Screen-Videos. Dabei lernen SuS einen gängigen Filmtrick, wie Illusionen in Videos gelingen. Ein Dinosaurier im Schulhaus? Ein Flugzeug auf dem Fussballfeld? Oder mit den Kumpels auf dem Mars "abhängen"? Alles ist möglich! Wichtig bleibt eine überzeugende Idee, verpackt in eine Mini-Story.

 

Den meisten SuS ist bekannt, dass die Technik auch bei der Kinofilmproduktion angewendet wird. Ein eindrückliches Beispiel ist das Making-of-Video zum Film The Great Gatsby, bei dem auch gut zu sehen ist, dass der Effekt auch mit Bluescreen funktioniert.

Auch wenn beim selber Erstellen eines Greenscreen-Clips durchaus nicht alles so perfekt wie im Filmstudio gelingen mag, die Arbeit lässt SuS hinter die Kulissen schauen und dadurch zu kritischen Mediennutzern werden, die darauf sensibilisiert sind, Filmtricks zu entlarven.

 

Green-Screen mit iPad (Anleitung)

 

Etwas herausfordernder ist die Arbeit am PC, z.B. mit dem Programm VideoPad.

Download
GreenScreen mit VideoPad 5.02
VideoPad_Greenscreen_Anleitung_2018.pdf
Adobe Acrobat Dokument 691.9 KB

Auch die Sunrise-Werbung mit Roger Federer bedient sich der Green-Screen-Technik:

Hinweis: Im Februar 2018 kann im Makerspace der Mediothek Sternmatt 2 mit einem Green-Screen experimentiert werden. Weitere Infos hier.



Eine Spielart von Falschnachrichten: Die urbane Legende

Erinnerst du dich an die Katzenbesitzerin, die einen US-Konzern verklagte, weil die Katze das Trocknen in der Mikrowelle nicht überlebte? Die Geschichte ist pure Erfindung und hält sich dennoch hartnäckig. Es ist eine waschechte urbane Legende

Wie lassen sich moderne Mythen enttarnen? Alle diese Geschichten wollen schockieren und damit direkt unsere Gefühle und menschlichen Ängste ansprechen.

Sie begegnen uns in immer wieder leicht veränderter Form und ähneln damit der Sage.

Eine wunderbare Gelegenheit, neben der Sage auch die urbane Legende im Unterricht zu thematisieren:

  • Zum Beispiel: Eine urbane Geschichte und deren History auf ScaryWiki nachlesen und danach selber eine Geschichte erfinden

Wie erwähnt, ist es nicht immer einfach, eine urbane Legende als solche zu erkennen. Watson hat ein Quiz mit sechs Geschichten erstellt. Spannende Zusatzinfos: Wie haben andere entschieden? Bin ich mit meiner Meinung alleine? Wie sind die Fakten zur Geschichte?



Gerne empfohlen: Literaturtipps zum Thema

 

Schwimmen lernen im digitalen Chaos

 

Wampfler, Philippe

Stämpfli 2018

ISBN 978-3-7272-7886-0

156 Seiten

 

Das Buch ist in der Mediothek Sternmatt 2 ausleihbar.

 

«Wörter in ernster Weise verwenden heisst: Bevor man redet oder schreibt, Aussagen zu überprüfen, anzuzweifeln, zu reflektieren. Sie nicht deshalb äussern, weil sie sich wahr anfühlen, sondern weil man weiss, dass sie wahr sind.»

Philippe Wampfler

 


In der Einleitung zu seinem neuen Buch «Schwimmen lernen im digitalen Chaos - Wie Kommunikation trotz Nonsens gelingen kann»

macht Philippe Wampfler klar, dass wir eine Verantwortung tragen und selber etwas bewirken können. Damit stärkt das Buch die Leserin/den Leser und macht Mut, im Meer der digitalen Nachrichten nicht unterzugehen.

Weiter geht Wampfler der Frage nach, warum wir Menschen derart anfällig sind, Nonsens (als Überbegriff für alle Arten von Falschinformationen) zu glauben - und wie wir lernen, damit umzugehen und gehaltvolle, produktive und gesunde Kommunikation weiterhin möglich machen können.

Besonders lesenswert sind die gut dokumentierten Beispiele von Nonsens (von Bullshit bis Fake-News, die den wissenschaftlich-analytischen Stil Wampflers anschaulich und dadurch leicht verständlich machen.

Wampfler weist auf die psychologischen und technischen Zusammenhänge von Nonsens hin, deckt Hintergründe auf und gibt hilfreiche Tipps für das eigene Medienverhalten.

 

Wie in der Einleitung versprochen, zielt das Buch darauf, uns als mündige Medienkonsumenten zu guten «Schwimmern im digitalen Chaos» werden zu lassen. Wampfler grenzt verschiedene Arten von Nonsens klar ab und vereint auf mehreren Seiten die Tipps und Tricks aus verschiedenen Büchern und Zeitungen.

 

Vor allem aber plädiert er dafür, mit positiven Botschaften für die Wahrheit einzutreten und Fehlerkorrekturen aktiv einzufordern.

Konkret: Wer auf Blogs oder in Communitys auf unbelegte Behauptungen stösst, soll z.B. Rückfragen stellen: «Woher weisst du das?» und keine Hemmungen haben, kritisch zu sein.

 

Ausserdem empfiehlt er Zurückhaltung beim Teilen von Inhalten und «etwas nur dann zu teilen, wenn man davon überzeugt ist oder einen bewussten Scherz machen will» (S. 124).

 

Kommunikation könne auch trotz Nonsens gelingen, aber alle müssen anerkennen, dass es Fakten gäbe - auch wenn sie weder rein noch objektiv seien.

 

Wampfler schliesst mit folgendem Zitat:

«Es ist wichtig, dass man nicht hinnimmt, wie es jetzt ist, noch die Lügen toleriert. Das Mindeste ist, die Lügen zu hinterfragen.»

Max Frisch



Weitere Leseempfehlung ( ausleihbar in der Mediothek):

 

Fake News

Kuhla, Karoline

Carlsen 2017

187 Seiten

ISBN 978-3-551-31731-5

 «Die meisten Veränderungen sind keine Revolutionen, sie schleichen sich an. Und irgendwann fragt man sich erstaunt: Wie konnte es so weit kommen...»




 

Weiterschauen:
Im nanoo.tv-Archiv hat es eine grosse Fülle an guten Dokumentationen, die das Thema noch weiter vertiefen. Zum Beispiel: Im Netz der Lügen - Falschmeldungen im Internet

 


Fazit:

Um dieses Thema kommst du nicht herum, es ist sogar eines der zentralsten Themen in der Medienbildung. Und: Es ist nie zu früh, im Unterricht immer wieder davon zu sprechen und Fakten zu hinterfragen, bevor sie mit anderen geteilt werden. Das Ziel: SuS werden zu kritischen Mediennutzern, gehen Informationen gewissenhaft auf den Grund und übernehmen die Verantwortung dafür, was sie selber im Netz tun.


Einbindung des Themas in den Lehrplan

MI 1.2 Die Schülerinnen und Schüler können Medien und Medienbeiträge entschlüsseln, reflektieren und nutzen.

Die Schülerinnen und Schüler...

MI 1.3 Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.

Die Schülerinnen und Schüler...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0